Viele Unternehmen setzen inzwischen auf eine diverse Belegschaft – unterschiedliche Altersgruppen, Geschlechter, kulturelle Hintergründe und mehr. Doch reine Kennzahlen zu Diversität erzählen nur die halbe Geschichte.
Ohne Inclusion – also ohne das echte Erleben von Zugehörigkeit und Chancengleichheit – bleiben Potenziale ungenutzt: Innovationskraft, Kreativität und Motivation der Teams werden gebremst.
Aktuelle Studien (McKinsey 2021 & Böhm et al. 2020) belegen deutlich, dass erst Inclusion die Potenziale einer diversen Belegschaft nutzbar macht:
Inklusives Führungsverhalten ist ein zentraler Hebel, um Inclusion im Unternehmen nicht nur zu fördern, sondern nachhaltig zu verankern. Führungskräfte, die Vielfalt bewusst einbeziehen, schaffen ein Umfeld psychologischer Sicherheit, in dem Mitarbeitende offen ihre Meinung äussern und Ideen einbringen können – ohne Angst vor negativen Konsequenzen. Sie berücksichtigen unterschiedliche Perspektiven, fördern Teilhabe und reagieren empathisch auf individuelle Bedürfnisse. Studien zeigen, dass inklusives Führungsverhalten das psychische Wohlbefinden stärkt und damit Engagement sowie Leistung der Mitarbeitenden erhöht (Yonghua Liu et al., 2024). Die Effekte sind messbar: Teams, die von inklusiv agierenden Führungskräften geleitet werden, sind kreativer, produktiver und loyaler gegenüber ihrem Arbeitgebenden.
Inclusion ist also kein «Nice-to-have», sondern ein betrieblicher Erfolgsfaktor für Mitarbeitende und Unternehmen.
Ein inklusives Arbeitsumfeld wirkt gesundheitsfördernd und leistungssteigernd zugleich. Doch wie lässt sich feststellen, wie inklusiv das eigene Unternehmen bereits ist oder wo noch Handlungsbedarf besteht? Für eine systematische Analyse liegt der erste Schritt in einer Datenerhebung. Ein inklusives Umfeld lässt sich nicht allein über Demografie messen.
Arbeitgebende sollten systematisch messen, wie Mitarbeitende Inclusion wahrnehmen. Starten Sie mit einer Baseline-Messung, um Vergleichswerte für zukünftige Messungen zu schaffen.
Die fiktive NouvaAct AG steht stellvertretend für diejenigen Organisationen, die bereits eine Inclusion-Messung durchgeführt haben. Sie ist ein Technologieunternehmen aus Zürich mit rund 300 Mitarbeitenden, konfrontiert mit der folgenden Herausforderung: Der Fachkräftemangel verstärkt den Wettbewerb um Talente. Gleichzeitig nahm die kulturelle Vielfalt im Unternehmen durch Wachstum deutlich zu. Erste interne Befragungen deuten darauf hin, dass nicht alle Mitarbeitenden sich gleichermassen eingebunden fühlen.
Anstatt auf Annahmen zu setzen, entscheidet sich NouvaAct, Inclusion datenbasiert zu messen – mit Unterstützung des Competence Center for Diversity, Disability, and Inclusion (CCDI) der Universität St.Gallen. Grundlage dafür ist der St.Gallen Inclusion Index, ein wissenschaftlich fundiertes Modell, das Inclusion anhand von vier Dimensionen erfasst:
Der standardisierte Fragebogen benötigt weniger als 15 Minuten pro Person, wird anonym ausgewertet und erfüllt höchste Datenschutzstandards (inkl. DSGVO-Konformität).
Die Ergebnisse liefern klare Handlungsfelder: Während die meisten Mitarbeitenden von positiven Erfahrungen berichten, fühlen sich insbesondere queere Mitarbeitende weniger authentisch und verbunden: Sie sind zurückhaltend bei der Offenlegung ihres Privatlebens und wollen eher kündigen als andere Kolleginnen und Kollegen. Auch kulturelle Unterschiede zwischen Schweizer und Nicht-Schweizer Mitarbeitenden werden sichtbar.
Auf Basis dieser Daten entwickelt NouvaAct konkrete Massnahmen:
Durch eine Folgebefragung zwei Jahre später kann das Unternehmen nachweisen: Die wahrgenommene Inclusion sowie Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden steigen messbar.
Ueli Streit, Fachspezialist Diversity & Inclusion
Der Gesundheits-Experte (Professionell Business Coach CIP München) engagiert sich für ein inklusives Arbeitsumfeld in Organisationen und für die laufende Weiterentwicklung der Messbarkeit von Diversität und Inclusion.
Unternehmen, die den Schritt zur systematischen Analyse gehen, gewinnen nicht nur wertvolle Einblicke, sondern auch eine solide Basis, um Veränderung zu gestalten. Eine externe Begleitung und die Unterstützung bei der Auswertung und Messung helfen dabei, herausfordernde Fragen ausgewogen zu klären und fördern das Vertrauen der Mitarbeitenden bei der Beantwortung der Umfrage. Wer Inclusion ernst nimmt, investiert in Zufriedenheit, Gesundheit und Innovationskraft seiner Belegschaft – und schafft so einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.
Um die systematische und nachhaltige Messung von Inclusion voranzutreiben, treten die Health & Medical Service AG (HMS) und das CCDI der Universität St.Gallen mit dem gemeinsam entwickelten Tool «Incluscope» zusammen am Markt auf. «Incluscope» basiert auf dem St.Gallen Inclusion Index und erfasst nicht nur Diversität und Inclusion, sondern auch zentrale Einflussfaktoren – wie beispielsweise Führung –, die Inclusion fördern oder behindern können. Ein besonderer Mehrwert besteht darin, dass das Tool sowohl dem Unternehmen einen übersichtlichen Organisations-Report als auch allen Mitarbeitenden ein individuelles Feedback zu ihren Resultaten zur Verfügung stellt. CCDI und HMS haben «Incluscope» in den vergangenen fünf Jahren laufend weiterentwickelt, in mehreren Schweizer Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen eingesetzt und so seine Praxistauglichkeit erfolgreich unter Beweis gestellt.
Weiterführende Informationen
Incluscope ermöglicht Organisationen einen Einblick in den aktuellen Stand der Diversity und Inclusion mittels einer Umfrage und zeigt möglichen Handlungsbedarf auf.