• 05.03.2026
  • de Ronan Heyn
Von der Analyse zur Transformation: Das Tool, das Fortschritt sichtbar macht
Luftaufnahme einer kurvigen Straße durch den Herbstwald
Wenn Mitarbeitende wegen Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig werden, braucht es für Unternehmen vor allem zwei Dinge: Eine strukturierte Begleitung und belastbare Hinweise darauf, ob die eingesetzten Massnahmen wirken. Genau hier setzt das Fallführungstool sam in Kombination mit stayok an. Das Tool unterstützt Case Managerinnen und Case Manager dabei, betroffene Personen systematisch und wissenschaftlich fundiert zu begleiten, mit dem Ziel einer nachhaltigen Reintegration in den Arbeitsalltag. Nach über zwei Jahren Anwendung hat unser Analytics Team nun eine evidente Datengrundlage zur erstmaligen Auswertung zur Verfügung. In diesem Beitrag zeigen wir auf, wie wiederholte Messungen mit stayok for experts light die Fallbegleitung verbessern, Fortschritt sichtbar machen und die Wirksamkeit der Begleitung durch ein Case Management nachvollziehbar belegen können – inklusive Einordnung des Fall- und Erkrankungsschweregrades.

sam strukturiert den Prozess – stayok macht ihn messbar

Das Fallkoordinierungstool sam unterstützt unterschiedliche Varianten von Krankheitsschweregraden un deren Betreuungsprozessen, indem es die kontinuierliche Fallarbeit vereinfacht und optimiert. Die Applikation bietet umfassende Funktionen zur Erfassung, Verwaltung, Messung und Analyse von Fallinformationen und eignet sich ideal für die Dokumentation des Case-Management-Prozesses.

Durch den Einsatz des webbasierten Medizinprodukts stayok for experts in Kombination mit sam kann bereits zu Fallbeginn eine wissenschaftlich fundierte Aussage zur Schwere und Begleitungsdauer eines Falles gemacht werden. Die evidenzbasierte Software stayok ermöglicht einen quantitativen Zugang: Fallarbeit wird dadurch messbar, vergleichbar und bewertbar.

Vom Startpunkt zur Fortschrittsmessung: Die Methodik im Detail

Digitale Tools versprechen Effizienz, doch ohne klare Methodik bleiben Potenziale oft unsichtbar und ungenutzt. Im Case Management setzen wir deshalb auf einen strukturierten Prozess.

Zu Beginn einer Case-Management-Begleitung füllt die betroffene Person einen evidenzbasierten Fragebogen (Medizinprodukt stayok for experts light) aus. Damit erheben wir die Ausgangssituation der bio-psychosozialen Gesundheit der jeweiligen Person nach WHO-Grundlagen. Erfasst werden Daten zu Gesundheit, Wohlbefinden sowie zum Privat- und Berufsleben. Diese Ausgangslage entspricht zugleich dem ersten Messpunkt.

Basierend auf den Ergebnissen erfolgt eine standardisierte Einstufung der Betreuungsintensität des Falls. Diese Einstufung ist entscheidend, da sie die Dauer, Art der Intervention und die Häufigkeit von Zwischenmessungen mitbestimmt. Anschliessend werden die erhobenen Daten analysiert, indem die Resultate der verschiedenen Messzeitpunkte miteinander verglichen werden. So lässt sich individueller Fortschritt nachvollziehbar und systematisch dokumentieren.

Bei jedem Messpunkt werden die gleichen Daten mit stayok for experts light erhoben. Die automatisierte Auswertung stellt sofort grafisch dar, wo es bereits positive Entwicklungen gibt und wo noch Handlungsbedarf besteht. Die Vergleichbarkeit der Intervalle erlaubt es, Trends zu erkennen und Interventionen zeitnah anzupassen. So werden Brüche im Prozess reduziert und ein kontinuierlicher Dialog zwischen betreuender und betroffener Person gewährleistet.

207 Fälle im Überblick: Wo Fortschritte sichtbar werden

Bis Ende August 2025 wurden insgesamt 207 Fälle begleitet und erfolgreich abgeschlossen. Die detaillierte Analyse dieser Fälle verdeutlicht die Wirksamkeit eines strukturierten Case Managements mit einer kontinuierlichen Überprüfung der individuellen Fortschritte im Genesungsprozess:

  • In knapp 40 % der Fälle gab es bereits zwischen der initialen Ausgangsbewertung und der ersten Zwischenmessung eine erkennbare Verbesserung.

  • In 53 % der Fälle konnten Fortschritte zwischen der ersten und der zweiten Zwischenmessung festgestellt werden.

  • Bei knapp 10 % zeigte sich eine positive Entwicklung erst zwischen der dritten Zwischenmessung und der abschliessenden Messung.

 

9 Fälle (4 %) blieben unvollständig, was darauf hinweist, dass in diesen Fällen nicht alle erforderlichen Assessments durchgeführt werden konnten. Dies kann durch vorzeitigen CM-Abbruch z.B durch den Klienten oder durch das CM, bei Fällen ohne Mitwirkungspflicht, geschehen. 

Leichte Fälle: Schnelle Fortschritte, stabile Verläufe

Bei leichten Fällen beträgt die Betreuungsdauer maximal 6 Monate, die Case Management Unterstützung ist nur punktuell. Bei diesen Fällen erfolgt eine Start- sowie eine Endmessung. Bei der Analyse der leichten Fälle, von denen insgesamt 26 dokumentiert wurden, zeigte sich ein bemerkenswert positiver Verlauf: In sämtlichen Fällen konnte zwischen der initialen und der abschliessenden Messung eine signifikante Verbesserung festgestellt werden. Das bedeutet, dass alle betreuten Personen im Verlauf des Case Managements Fortschritte erzielten. Besonders hervorzuheben ist zudem, dass es bei den leichten Fällen zu keinerlei Fallabbrüche unvollständigen Verläufen kam. 

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das strukturierte Vorgehen insbesondere bei leichten Fällen zu einer effizienten und nachhaltigen Förderung des Genesungsprozesses beiträgt.

Der Weg in mittleren und schweren Fällen: Geduld zahlt sich aus

Mittlere Fälle stellen die grösste analysierte Gruppe dar, insgesamt wurden bis August 2025 151 Fälle abgeschlossen. In dieser Fallkategorie rechnet man aufgrund der Fallkomplexität mit einem Jahr Betreuungszeit und misst den Fallverlauf insgesamt drei Mal (Initialmessung, Zwischenmessung und Endmessung). 35 % der Fälle verzeichneten bereits zwischen den ersten beiden Messungen eine Verbesserung. Insgesamt 65 % zeigten Fortschritte zwischen der ersten Zwischenmessung und Abschluss der Intervention.